Probleme lösen statt schön rechnen!

Diese Woche habe ich die Esslinger Beschäftigungsinitiative EBI in Altbach besucht, die sich für hilfebedürftige, langzeitarbeitslose Menschen einsetzt. EBI-Geschäftsführer Hans-Ulrich Rabeneick hatte mich dazu eingeladen, mich persönlich über die Arbeit und die aktuellen Herausforderungen der EBI zu informieren. Die Einladung nahm ich sehr gerne an, denn als Leiterin einer Sozialhilfestelle in Stuttgart befasse ich mich schon heute intensiv mit diesem Thema. Deutschland geht es gut, der Wohlstand steigt immer weiter und trotzdem profitieren längst nicht alle Menschen davon – diese Ungerechtigkeit bewegt mich schon lange. Die Situation für die Langzeitarbeitslosen ist seit Jahren fast unverändert, auch wenn die offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit einen anderen Eindruck erwecken. Aber Schein trügt. Im Juni meldete die Bundesagentur für Arbeit rund 2,47 Mio. Arbeitslose. Das gesamte Ausmaß der Menschen ohne Arbeit bildet die offizielle Zahl jedoch nicht ab. Denn knapp eine Million De-facto-Arbeitslose sind nicht in der Arbeitslosenstatistik enthalten. Menschen in Arbeitsförderungsmaßnahmen, Erkrankte und Langzeitarbeitslose über 58 Jahre werden in dieser Statistik nicht berücksichtigt. Probleme lassen sich nicht lösen, indem die Politik sie schön rechnet. Damit sich Langzeitarbeitslosigkeit nicht weiter verfestigt, brauchen wir für Menschen, die langzeitarbeitslos sind und absehbar keine Chance in der freien Wirtschaft haben, einen öffentlichen geförderten sozialen Arbeitsmarkt. Wir müssen Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren, das eröffnet den Menschen eine Perspektive und ermöglicht ihnen gesellschaftliche Teilhabe statt Ausgrenzung. Und dafür setze ich mich ein!

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