Verantwortlich handeln

Nicht nur ältere Menschen, sondern auch andere Bevölkerungsgruppen sind in Deutschland von Armut betroffen. Besonders nachdenklich macht mich die steigende Anzahl der Kinder, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind.

  • Kinderarmut: Immer mehr Kinder in Deutschland wachsen in Familien auf, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind. Aktuell sind davon rund 2 Millionen Kinder betroffen. Mehr als die Hälfte dieser Kinder lebt bei einem alleinerziehenden Elternteil.

Kinder werden in Armut hineingeboren und können ihre Lebenssituation selbst nicht ändern. Der Staat hat für Kinder eine ganz besondere Verantwortung. Kinderarmut beeinträchtigt die Chancen für das ganze Leben und muss deshalb besonders aktiv von der Politik bekämpft werden.

Das Gegenteil ist der Fall. Erst im Sommer diesen Jahres hat die Bundesregierung das 9. Gesetz zur Änderung des SGB II – Rechtsvereinfachung verabschiedet. In der Folge wird Alleinerziehenden im SGB II-Leistungsbezug für jeden Tag, den das Kind beim anderen Elternteil verbringt, das Sozialgeld für das Kind gestrichen. Das sind neun Euro für Sechs- bis 14-Jährige und 10,20 Euro für 14- bis 18-Jährige. Den Betrag kann der andere Elternteil im SGB II- Bezug für sich reklamieren.

Die Neuregelung des Umgangsrechts macht die Situation für die betroffenen Familien noch schwieriger. Das gemeinsame Erziehen wird bestraft, weil es für die Alleinerziehenden mit finanziellen Einbußen verbunden ist. Außerdem wird ausgeblendet, dass in diesen Familien manche Kosten doppelt anfallen und somit zu einem erhöhten Bedarf führen.

Verantwortlich handeln sieht anders aus: Doppelte Kosten müssen durch höhere finanzielle Leistungen abgedeckt werden. Der komplette Regelsatz muss an die Alleinerziehenden ausgezahlt und dem anderen Elternteil zusätzlich ein Mehrbedarf gewährt werden. Dieser Ansatz fördert die Selbstbestimmung der Bürger*innen, verkleinert den Verwaltungsaufwand, verringert das Konfliktpotenzial innerhalb der Familien und verbessert so die Situation der Kinder. Denn darum muss es uns vor allem gehen: Das Wohl der Kinder.

 

 

 

 

 

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